
Expeditionskreuzfahrten
Expeditionskreuzfahrten führen dorthin, wo klassische Kreuzfahrtschiffe nicht hinkommen: Antarktis, Arktis, Grönland und Galápagos. Gefahren wird mit kleinen, verstärkten Schiffen, angelandet wird mit Schlauchbooten, und das Programm richtet sich nach Wetter und Eis statt nach dem Fahrplan. Diese Rubrik ordnet ein, was diese Reiseform ausmacht, wann welche Region Saison hat und für wen sie sich lohnt.
Was unterscheidet eine Expeditionskreuzfahrt von einer klassischen Kreuzfahrt?
Der Unterschied liegt im Zweck der Reise: Bei einer Expeditionskreuzfahrt ist das Schiff Transportmittel und Basislager, nicht das Urlaubsziel. Statt Shows, Pools und einer Auswahl an Spezialitätenrestaurants gibt es Vorträge von Biologen, Geologen oder Historikern, Anlandungen mit Schlauchbooten und viel Zeit an Deck. Die Schiffe sind klein – meist einige Hundert Gäste, oft deutlich weniger – und ihre Rümpfe sind für Fahrten in Eisrandgebieten verstärkt.
Das zweite Unterscheidungsmerkmal ist die Planbarkeit, genauer: deren Fehlen. Anlandungen und Zodiacfahrten sind Programmpunkte unter Vorbehalt. Wetter, Seegang, Eislage und Tierbeobachtungen entscheiden kurzfristig, was an einem Tag möglich ist. Wer sich daran stört, dass das Tagesprogramm erst beim Frühstück feststeht, ist auf einer klassischen Route besser aufgehoben.
- Kleine Schiffe mit verstärktem Rumpf, ausgelegt für Fahrten im Eisrandgebiet.
- Expeditionsteam an Bord: Vorträge, Begleitung der Anlandungen, Tierbeobachtung.
- Anlandungen mit Zodiacs statt am Kai – festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind Pflicht.
- Tagesprogramm nach Wetter und Eis, nicht nach Prospekt.
- Deutlich höherer Tagespreis als bei einer klassischen Kreuzfahrt, dafür sind die Anlandungen in der Regel eingeschlossen.
Welche Regionen gibt es – und wann ist Saison?
Die Saison richtet sich nach Licht und Eis: Die Antarktis ist von November bis März erreichbar, die Arktis rund um Spitzbergen und Grönland von Juni bis August, die Galápagosinseln ganzjährig. Ein Dazwischen gibt es kaum – außerhalb dieser Fenster fahren dort keine Expeditionsschiffe.
Die Anreise gehört zwingend in die Kalkulation. Antarktisreisen starten üblicherweise in Ushuaia in Argentinien, was einen langen Flug und mindestens eine Vornacht bedeutet; von dort führt die Route meist über die Drakepassage, die für ihren Seegang bekannt ist. Arktisreisen beginnen häufig in Longyearbyen auf Spitzbergen, Galápagosreisen in Ecuador. Flüge, Transfers und Vornächte machen bei diesen Reisen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus.
- Antarktis: November bis März, meist ab Ushuaia, oft mit Überquerung der Drakepassage.
- Arktis und Spitzbergen: Juni bis August, häufig ab Longyearbyen.
- Grönland: Sommermonate, oft in Kombination mit Island.
- Galápagos: ganzjährig, mit strengen Besucherregeln und fest zugeteilten Routen.
Für wen lohnt sich eine Expeditionskreuzfahrt?
Sie lohnt sich für Reisende, denen Landschaft und Tierbeobachtung wichtiger sind als das Komfortprogramm an Bord – und die bereit sind, dafür ein Vielfaches einer Mittelmeerwoche auszugeben. Ein gewisses Maß an Beweglichkeit gehört dazu: Das Ein- und Aussteigen ins Zodiac und Anlandungen an unbefestigten Küsten setzen voraus, dass du sicher auf den Beinen bist.
Abraten würden wir, wenn du eine Kreuzfahrt vor allem als Erholungsurlaub verstehst oder mit kleinen Kindern reist. Auch als erste Kreuzfahrt überhaupt ist diese Reiseform nicht ideal: Wer noch nicht weiß, wie er Seegang verträgt, sollte das nicht ausgerechnet auf der Drakepassage herausfinden. Ruhigere Alternativen mit ähnlich viel Landschaft sind Flusskreuzfahrten oder eine Norwegenroute im Sommer.
Expeditionsreisen sind Reisen mit Vorbereitung: Ausrüstung, Anreise, Versicherung und die Frage, welches Schiff zu dir passt, klärt man besser vorher als unterwegs. Ruf uns unter 02222 929008 an, schreib an info@cruisefan.de oder komm in eines unserer TUI ReiseCenter am Chlodwigplatz in Köln oder in der Königstraße in Bornheim – Mo, Di, Do und Fr von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 15 Uhr.
